Toyota: Bringt bis 2020 erstes selbstfahrendes Serienfahrzeug auf die Straße

Heckansicht Toyota
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Die Pläne klingen durchaus sportlich, innerhalb eines Jahres will Japans größter Automobilhersteller mit dem Verkauf eines selbstfahrenden Fahrzeugs beginnen, von dem er sagt, dass es der „leistungsfähigste Supercomputer auf Rädern“ sein wird. Nicht gerade ein kleines Ziel, welches man sich hier steckt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass noch jede Menge Arbeit zu erledigen ist.

Basis-Arbeiten sind notwendig, bevor es in die Produktion geht

So sei derzeit noch die Hard- und Software für das Fahrzeug zu entwickeln, des weiteren müssen die Kosten für die Technologie drastisch gesenkt werden und auch entsprechende Fachkräfte – wie Software-Ingenieure – werden benötigt, um die Entwicklung und Produktion des ersten selbstfahrenden Serienfahrzeug von Toyota voranzutreiben. Das ist die Herausforderung für James Kuffner, CEO des Toyota Research Institute Advanced Development Inc. oder TRI-AD. Die Firma wurde im März 2018 gegründet, um Toyotas Versuch, die Lücke zwischen Forschung und Serienfahrzeug zu schließen.

Kuffner selbst beschreibt TRI-AD als „eine Brücke vom Prototyp zum Produkt“. „Die Prototypen und die Vorserienfahrzeuge, die das Team hier bei TRI-AD baut, werden der intelligenteste Supercomputer auf Rädern sein“, sagte Kuffner Ende letzten Monats im temporären Büro von TRI-AD in der Nähe der Tokyo Station. Toyota kooperierte mit den Lieferanten der Toyota-Gruppe Aisin Seiki und Denso, um 2,8 Milliarden Dollar in das neue Unternehmen zu investieren, um die Software zu entwickeln, die selbstfahrende Fahrzeuge betreibt.

„Wenn Sie darüber nachdenken, einen Forschungsprototypen zu bauen, ist es ziemlich einfach, eine Demonstration durchzuführen, aber ein Produkt herzustellen, ist wirklich schwierig“, sagte Kuffner. „Wann immer wir über unser Unternehmen sprechen, reden wir oft davon, eine Brücke vom Prototyp zum Produkt zu sein.“ Und diese Brücke aufzubauen wird wahrlich nicht einfach. Vor allem, wenn man bedenkt, dass TRI-AD von Grund auf neu errichtet werden muss. Und das im Umfeld eines der bürokratischsten und traditionsreichsten Automobilhersteller Japans.

Hohe Kosten für erstes automatisiertes Fahrzeug werden erwartet

Es steht bereits jetzt fest, dass das erste automatisierte Fahrzeug von Toyota sehr teuer wird. Was man, wenn es nach Ken Koibuchi, Chief Technical Officer von TRI-AD, geht dadurch begründen kann, dass dies sehr leistungsstarke Computer und sehr reichhaltige Sensoren verfügt. „Um in Fahrzeugen der Mittelklasse eingesetzt zu werden, müssen wir die Kosten drastisch senken“, so Koibuchi weiter. Im Detail geht er nicht darauf ein, wie weit die Kosten sinken müssen, gibt aber zu verstehen, dass die Kosten um mehr als die Hälfte des heutigen Niveaus sinken müssen.

Kooperationen und globale Ausrichtung als Erfolgsfaktor

Toyota und seine Partner arbeiten bereits in der Softwareentwicklung zusammen, aber Toyota hofft, den Fortschritt voranzutreiben, indem es die Bemühungen unter einem Dach mit einem erweiterten Personalbestand und einem größeren Budget kombiniert. „Wir wissen, dass wir es nicht alleine schaffen, deshalb haben wir starke Partnerschaften aufgebaut“, sagte Kuffner.

Die Schaffung der eigenständigen autonomen Antriebseinheit kann Toyota helfen, Top-Computertalente anzuziehen, da die Automobilhersteller zunehmend mit High-Tech-Unternehmen um Talente konkurrieren. Obwohl TRI-AD in Tokio ist, wird Englisch seine Geschäftssprache sein. Etwa 80 Prozent der Mitarbeiter sind Japaner, aber einige der leitenden Angestellten sind Nicht-Japaner. Man darf gespannt sein, ob Toyotas Bemühungen fruchten und wir 2020 das erste selbstfahrende Serienfahrzeug des Unternehmens sehen werden.

Quelle: Automotive News – Toyota’s moonshot: Self-driving car for sale – in a year

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