Olympia 2020 mit selbstfahrenden Taxis – Zukunftsmusik?

Symbolbild | Photo by Johan Mouchet on Unsplash

In Tokio wurde eine erste kommerzielle Testlinie selbstfahrender Taxis in Betrieb genommen. Ziel ist es Erfahrungen zu sammeln, um zu den Olympischen Spielen 2020 selbstfahrende Taxis für die Besucher der Spiele im großen Stil einzusetzen. Bis zum 8. September 2018 soll die Testflotte der autonom fahrenden Taxis auf einer 5,3 Kilometer langen Strecke getestet werden. Hierfür hat das japanische Startup ZMP einen Toyota Estima Minivan mit den erforderlichen Sensoren und der Steuerungstechnik ausgestattet, der für das Taxiunternehmen Hinomaru Kotsu Gäste transportiert.

Mittlerweile gibt es in verschiedenen Ländern weltweit Tests und Probephasen mit selbstfahrenden Busse oder Taxis. Die Testphase in Tokio unterscheidet sich aber dadurch, dass erstmalig die Passagiere für die Testfahrt zur Kasse gebeten werden. Mithilfe einer App wird das Taxi geöffnet und die umgerechnet 13 US-Dollar für eine Fahrt bezahlt. Mehr als 1.500 Personen sollen sich bereits für diesen Dienst angemeldet haben. Während der andauernden Testphase befindet sich noch ein Testwagenfahrer und ein Assistent mit an Bord, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Vier Mal am Tag kommt das selbstfahrende Taxi auf der Strecke zwischen den Bezirken Otemachi und Roppongi zum Einsatz. Bereits 2014 hat das japanische Startup seine Technik für selbstfahrende Autos auf öffentlichen Straßen demonstriert. Hierbei überzeugt vor allem das Zusammenspiel zwischen Soft- und Hardware. Wobei erstgenanntes das Herzstück des Systems ist. Das System von ZMP wird auf der Basis von Nvidia-Grafikkarten entwickelt und trägt den Namen IZAC. Es wird auch als „Isaac“ vom Startup bezeichnet, ein Namen den Nvidia 2018 für die im Juni 2018 vorgestellte Softwareplattform für autonome Systeme übernimmt.

Auffällig ist beim Testauto von ZMP, dass es nicht wie andere autonome Autos von Waymo, Uber oder General Motors mit auffälligen Leisten daherkommt, in denen sich Laserscanner und Kameras verbergen. Vielmehr setzt man auf mehrere Sensoren, die beispielsweise an der Stoßstange und im Kühlergrill angebracht sind. Ein Laserscanner ist ebenfalls an der oberen Heckklappe angebracht. Für Olympia 2020 verspricht man sich von den selbstfahrenden Taxis den Fahrermangel in Tokio auszugleichen. Man darf gespannt sein, wann und ob die erste selbstfahrende Taxi-Flotte – „Autos der Zukunft“ – ihren Betrieb aufnimmt.

Quelle: Golem.de – Kommerzielle Taxi-Linie in Tokio gestartet

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