Autonomes Fahren: Grundlage für Auto der Zukunft

Symbolbild | Photo by Helena Lopes on Unsplash

Im Gespräch mit der Schweizer Coop Zeitung hat Uni-Professor Andreas Herrmann (Customer Insights, Uni St.Gallen) seinen Gedanken zu Autonome Autos freie Fahrt gelassen. Herrmann erklärt unter anderem warum selbstfahrende Autos besser gegen Armut helfen als Sozialhilfe und wieso unsere Städte bald ganz anders aussehen werden, als sie es aktuell tun.

Alles in allem lassen seine Aussagen darauf schließen, dass Autonomes Fahren die Grundlage für das Auto der Zukunft bildet. Und das Auto wie wir es heute kennen komplett verändert. Sowohl hinsichtlich des Designs, als auch des Einsatzes im Alltag. Das Auto der Zukunft hat mit unseren heutigen Autos nicht mehr viel gemein.

Autonomes Fahren und Auto der Zukunft verlangt ein Umdenken beim Menschen

Direkt zu Beginn des Interviews gibt Herrmann zu verstehen, dass er einen Wandel wie bei der „Umstellung von der Postkutsche aufs Auto“ erwartet. Zeit die wir heute im Auto verbringen können wir anders verwenden. Der Verkehr lässt sich völlig neu gestalten und auch die Architektur der Stadt wird sich verändern.

Stand heute werden bis zu 40% der Fläche einer Stadt für Verkehrsinfrastruktur benötigt. Künftig kann sich dies massiv reduzieren. Ausgeklügelte, verschachtelte Strassen, Gassen, usw… werden nicht mehr benötigt. Der Fahrer irrt nicht mehr umher. Das Auto der Zukunft findet seinen Weg, lässt Leute aussteigen, die Fussgängerzone betreten, um dann außerhalb der Stadt zu parken, bis die Passagiere wieder abgeholt werden möchten.

Aus seiner Sicht wird autonomes Fahren allerdings erst dann erfolgreich, „wenn wir vom Besitz Abstand nehmen“. Korrekterweise hat er erkannt, dass es nicht sinnvoll ist, wenn ein Fahrzeug den ganzen Tag ungenutzt am Bahnhof wartet, bis der Besitzer wiederkommt. Denn in dieser Zeit kann es andere Leute transportieren. Dies spart wiederum Fahrzeuge und Parkplätze. Das Auto der Zukunft gehört somit keinem Einzelnen, sondern der Gemeinschaft. Beziehungsweise kann von dieser genutzt werden.

In Blick auf Unfälle und Unfalltote bemüht der Uni-Professor die Statistik. So gibt es weltweit jährlich 1,25 Millionen Verkehrstote und dies vor allem aufgrund menschlichen Versagens. Um genau zu sein sind gut 94 Prozent aller Unfälle im Strassenverkehr darauf zurückzuführen. Herrmanns steht daher zu seiner Aussage, dass es auf unseren Strassen Tausende schlechte und abgelenkte Autofahrer gibt. Er ist sich auch bewusst, dass die Maschine Fehler machen wird, aber eben deutlich weniger als Menschen.

Interessant ist auch sein Gedankengang zum autonomen Fahren und dem Auto der Zukunft, wie sich dies in unvorhergesehenen Situationen verhält. Denn wenn es zu schwierigen Verkehrssituationen kommt, muss das Auto entscheiden, ob es lieber fünf Kinder oder einen Erwachsenen umfahren möchte. Was ist hier nun richtig oder falsch!?

„Die Realität ist anders: Wenn etwas Unverhofftes geschieht, sucht das Auto nach einer Ausweichmöglichkeit. Gibt es diese nicht, macht es eine Vollbremsung. Und wenn es zu einer Kollision kommt, kommt es eben zu einer Kollision. Dieses Restrisiko steckt immer im Strassenverkehr.“ – Andreas Herrmann, Uni-Professor für Customer Insights an der Uni St.Gallen

Quelle: Coop Zeitung – Autonome Autos

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