Autonomiestufe 5 – „Vollautomatisierung“

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Im Jahr 2018 gibt es noch kein Fahrzeug in der Autonomiestufe 5, welches im öffentlichen Verkehr anzutreffen ist. Es finden Experimente statt. Vom Start bis zum Ziel ist kein Fahrer erforderlich. Es sind lediglich die Zieleingabe und das Startsignal zu festzulegen. Ein fahrerloser Trip wird ermöglicht und damit die höchstmögliche Autonomie der Technik erzielt.

Bei den Experimenten handelt es sich etwa um die legendären „Google-Autos“, welche immer wieder aufgrund Probleme in die Schlagzeilen geraten. Es spricht für den Gesetzgeber, zum Schutz von Leben und Gesundheit der Verkehrsteilnehmer, abzuwarten. Der Lenker ist deshalb entbehrlich, weil selbst ein Lenkrad überflüssig wird. Dasselbe gilt für die Pedale. Eine wohlwollende Schätzung, wie lange es bis zur Zulassung dauern könnte, wird mit 2025 angegeben – ohne Gewähr.

Wo steht die Wissenschaft?

Als kompetenter Ansprechpartner in Sachen Hochautomatisierung gilt der Wissenschaftler von der Kepler Universität Linz, Sepp Hochreiter. Er bringt die Entwicklung auf den Punkt, welche bis zum Erreichen dieses Schrittes nötig sein wird: Der Aufbau eines Weltverständnisses von künstlicher Intelligenz. Das bedeutet eine permanente Lernfähigkeit der Technik sowie einen Rahmen hierfür, wie mit immer neuen Informationen umgegangen wird. So wie das menschliche Gehirn.

Man bedient an dieser Stelle gerne folgendes Beispiel um die Herausforderung zu veranschaulichen: Ein autonomes Fahrzeug fährt steil bergauf. Seine Sensoren erkennen nur noch den freien Himmel. Zumal das Erkennen eines „Nichts“ zum Stillstand führen muss, ähnlich wie vor einem großen Loch auf der Straße, müssen bei dem künstlichen „Gehirn“ verschiedene Faktoren vorhanden sein, welche die tatsächliche Situation erkennen lassen.

Nämlich den Umstand, dass die Straße noch weiterhin vorhanden ist. Es handelt sich um eine Aufgabe der Hardware. Und so weit sind wir noch nicht. Andererseits gibt es einige „Backups“, die ebenfalls noch nicht entwickelt wurden. Etwa ein „Ersatzmotor“, welches ein schnelles Fahrzeug beim Ausfall des Motors noch sicher zum Stillstand bringen kann.

Zwischenschritte zur Autonomiestufe 5

Im Jahr 2017 wurde auf einer Fachkonferenz in Kalifornien eine Kamera vorgestellt, die eine 3D-Aufnahme der Fahrumgebung liefert. In Objektklassen eingeteilt kann das System 13 Gruppen unterscheiden, wie Menschen, Bauten oder Verkehrsschilder. Hochreiters Vision ist es, diese Fahrzeuge künftig einen „Führerschein“ absolvieren zu lassen so wie heute die Fahrzeuglenker. Die ethischen Grundfragen sind jedoch noch nicht gelöst.

Auch in Sachen Datenschutz ist noch vieles offen, immerhin werden massenhafte Informationen zur Verarbeitung benötigt. Wird die Fahrumgebung ausgewertet, ist zugleich die gesamte Bewegungshistorie der Insassen erfasst. Für eine technische Weiterentwicklung muss auf das bisherige Datenkonvolut zurückgegriffen werden – der gesetzliche Rahmen dafür ist erst zu erarbeiten.

Klar ist: Sicherheit geht vor. Es spricht für die Gesetzgebung, sich ausreichend Zeit zu nehmen und sich nicht inadäquat nicht dem Druck des Profits zu beugen. Möge es nun 2025 oder später so weit sein, tut nichts zur Sache – gut Ding braucht Weile.

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